Jahreshauptversammlung des Dachverbandes der Elternvereine (6. Juni 2009)

Die diesjährige JHV des DV der Elternvereine öffentlicher Pflichtschulen Österreichs fand heuer am 6. Juni 2009 im Wissensturm in Linz, der Kulturhauptstadt 2009 statt.

Das Motto dieser Veranstaltung lautete: „Best practice Schulen“.
Elternvereinsarbeit ist eine ehrenamtliche Tätigkeit im Sinne einer Schulpartnerschaft. 

Und Partnerschaft heißt Zusammenarbeit, Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrern. Die Zufriedenheit von Schülern, Lehrern und Eltern spiegelt sich in einem guten Schulklima wieder. In den letzten Monaten ist das Thema Schule und Lehrer nicht immer positiv aufgefallen, dass es aber in Oberösterreich sehr gute Schulen und Lehrer gibt, in denen sehr viel Gutes geleistet wird, wurde anhand von drei Beispielen vorgeführt.

Die HS Alkoven, mit ihrem Schulleiter Herr Strasser war Sieger des AK Schulpreises 2008, hat das Gütesiegel „Gesunde Schule OÖ“ erhalten und startet im Herbst mit der Neuen Mittelschule. Der AK Schulpreis 2008 stand unter dem Schwerpunkt „Persönlichkeiten stärken“. In verschiedensten Projekten wurde vorbildlich das Selbstbewusstsein, die Eigenverantwortung und die Kommunikationsfähigkeit der SchülerInnen gefördert um diese optimal auf das Berufsleben vorzubereiten. Die Schule arbeitet gezielt daran, die Stärken der SchülerInnen zu entfalten und gibt ihnen immer wieder die Möglichkeit diese auch öffentlich zu präsentieren. Soziale Kompetenzen werden als Schlüsselqualifikationen wahrgenommen und entsprechend gefördert. Das ist eine Schule wie wir Eltern sie uns wünschen. Mit einem engagierten Schulleiter, der es versteht mit viel Geschick seine Lehrer zu leiten und immer wieder zu neuen Ideen zu inspirieren, wo man spürt, dass Kinder gerne in die Schule gehen.

Die Volksschule Kirchberg bei Kremsmünster entwickelte ein Schulkonzept, bei dem Demokratie, Persönlichkeitsbildung und Individualisierung eine bedeutende Rolle spielt.
“Die Kinder in ihrer Entwicklung zu mündigen, selbstbewussten, demokratischen Menschen zu fördern und sie zur gewaltfreien Konfliktlösung zu befähigen, ist ein wichtiges Ziel unserer Schule”, bekräftigt Direktorin Johanna Rendl.

Die Türen der Klassen sind meistens offen, die Kinder arbeiten manchmal in kleineren Gruppen auf den unterschiedlichsten Plätzen in den Gängen.
Man hört Stimmen, aber es ist nicht laut. Die Kinder grüßen alle ganz freundlich, manche geben einen sogar die Hand. Die Glocke läutet nur am Morgen, zur Pause und am Ende des Schultages. Insgesamt herrscht eine freundliche und angenehme Atmosphäre.

Aber das bemerkenswerteste ist, dass es ein eigenes Schülerparlament gibt. Aus jeder Klasse wird ein Minister und eine Ministerin als Abgeordnete ins Kinderparlament gewählt, die Verantwortung für bestimmte Bereiche innerhalb der Schulgemeinschaft übernehmen. Es gibt einen Sozialminister, Unterrichtsminister, Sportminister, Umweltminister und Finanzminister. Einmal wöchentlich gibt es Klassenkonferenzen, in denen alle jene Dinge besprochen werden, die den Kindern am Herzen liegen, sowie jene Bereiche die dann im „Parlament“, welches alle 5 – 6 Wochen stattfindet, zur Diskussion gestellt werden. Auf einer der Podestflächen des Stiegenaufgangs steht zudem die Friedenstreppe, die den Kindern ein „Modell der selbstständigen Konfliktlösung“ bietet.

„Die Menschen stärken, die Sachen klären!“ Das ist der Leitspruch für die Adalbert Stifter Praxishauptschule der Diozöse Linz.

In der Zeit wo sehr viel über Schulreformen gesprochen wird, ist es besonders wichtig, gute Schulen vor den Vorhang zu holen. Hauptschulen in der Stadt haben es aus verschiedenen Gründen schwieriger, als Hauptschulen am Land.
Eine Schule, die immer wieder etwas Neues wagt, kann all ihren Schülern besser gerecht werden. Und in dieser Schule wird immer wieder etwas Neues ausprobiert. Z.B. mit einem Domino Day der besonderen Art. Es wurden 1000 Kärtchen mit Fremdwörtern und den dazugehörigen deutschen Begriffen vorbereitet, gut gemischt und die Mädchen und Burschen mussten diese im Turnsaal in die entsprechende Ordnung bringen. Oder in Mathematik, Umstandsformeln anhand von Streichhölzern selbstständig zu erarbeiten, gehören zu den Unterrichtsmethoden dieser Schule.
Ein eigener Schulgarten ist eine Rarität, doch die Praxishauptschule besitzt einen und jede Klasse hat ein eigenes Beet, dass sie bepflanzt, hegt und pflegt. Viele Kinder verbringen fast täglich ihre große Pause im Garten und freuen sich wenn ihre Blumen zu blühen beginnen oder wenn ein frischer Kohlrabi geerntet werden kann.
Eine Lesenacht in der Schule kennt man fast nur von den Volksschulen, aber es gibt sie auch hier in der HS! Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, ob für Mädchen und Burschen beim Heimwerkerkurs, in der Medienwerkstatt eigene Radiobeiträge produzieren, Theaterproduktionen, Tanz und Musicals, hier können sich die Kids wirklich austoben.
Die Neue Mittelschule gibt es hier schon lange, ein Wahlpflichtfächersystem, das die Interessen- und Begabungen jedes Einzelnen fördert und viele Zusatzangebote sind das Hauptaugenmerk dieser Schule.

Untermalt wurde die Veranstaltung von der Schulband der Adalbert Stifter Praxishauptschule der Diozöse Linz, unter der Leitung von Herrn Bauer.